Steuerungtechnik

Welcher Antrieb passt zu mir?

Antriebssysteme zählen im Maschinenbau zu den zentralen Schlüsselkomponenten. Sie sind für den Anwender mit ihrer technischen Funktionalität mitentscheidend für die Performance der Maschine und bestimmen für den Maschinenhersteller massgeblich Markterfolg und Rentabilität über den gesamten Lebenszyklus. Ausschlaggebend hierfür ist ein spezifischer Mix aus technischen und betriebswirtschaftlichen Kriterien. Um sich die am Markt vorhandenen Möglichkeiten nicht zu früh zu verbauen und trotzdem zügig zu der bestmöglichen Antriebslösung zu kommen, bietet sich ein strukturiertes Auswahlverfahren an. Maschinenbauer aus verschiedensten Branchen vertrauen dabei auf einen mehrstufigen Evaluierungsprozess von Pantec, der für sämtliche kritischen Technologiekomponenten eingesetzt werden kann.

Schlüsselkomponenten sind mit ihrer technischen Funktionalität mitentscheidend für die Performance der Maschine und bestimmen für den Maschinenhersteller massgeblich Markterfolg und Rentabilität über den gesamten Lebenszyklus. 

Die Auslöser für einen Evaluierungsprozess sind vielseitig. Veraltete Technologien, fehlende Funktionalitäten oder die Entwicklung einer neuen Maschinengeneration sind Anlässe, bei denen sich Maschinenbauer nach neuen Lösungen umschauen.  «Wir sehen es im Bereich Antrieb oft, dass das jahrelang eingesetzte Servoantriebssystem nicht mehr dem Stand der Technik entspricht und im Zuge einer Maschinenentwicklung geändert werden soll», fasst Stefan Safran, Business Unit Leiter bei Pantec, die typische Ausgangssituation für Antriebsevaluierungen zusammen. Die Aufgabenstellung des Maschinenhersteller an Pantec ist in diesem Fall klar: Für die Neuentwicklung soll unter Berücksichtigung aller relevanter Aspekte das langfristig bestgeeignete Antriebssystem gefunden werden.


Projekt Antriebsevaluierung - Eckpunkte

  • Berücksichtigung von bis zu 100 Antriebshersteller in der Evaluierung
  • Effektive Selektion in 4 Stufen nach technischen und betriebswirtschaftlichen Kriterien
  • In der letzten Stufe fundiertes Produkt- und Prozessaudit der Top 3
  • Frühzeitige Aufdeckung und Klärung kritischer Punkte im Vorfeld der finalen Entscheidung

In vier Stufen von der Masse zur Klasse

«Die Anforderungen seitens des Kunden sind am Anfang zumeist sehr rudimentär», so Stefan Safran. «Für den Kunden gibt es zu Beginn einige Basiskriterien wie die Verfügbarkeit einer ETHERCAT-Schnittstelle, ein internationales Vertriebsnetz des Herstellers oder fix vorgegebene Leistungsbereiche.» In der gemeinsamen Diskussion zeigen sich die Kunden dann aber schnell begeistert von dem Vier-Stufen-Modell, welches Pantec für den Ablauf empfiehlt: «Der vierstufige Evaluierungstrichter selektiert schrittweise nach technischen und wirtschaftlichen Kriterien, welche mit zunehmendem Fortschritt immer detaillierter untersucht werden.» erklärt Stefan Safran. «Vor dem Projektstart erstellen wir gemeinsam mit dem Kunden auf Basis unserer umfassenden Checklisten für jede Stufe einen Bewertungskatalog, der eine möglichst objektive und vor allem fundierte Beurteilung ermöglicht.»

Von der Masse zur Klasse: Ein stufenweises Vorgehen bietet sich zur nachhaltigen Auswahl von Schlüsselkomponenten im Maschinenbau an.

Breitgefasster Start, effektive Selektion

Für die erste Stufe stellt Pantec eine Liste mit 100 Antriebssystemherstellern bereit. Daraus werden aufgrund erweiterter Basiskriterien rund 30 mögliche Anbieter herausgefiltert, welche im Folgenden einer genaueren Betrachtung unterzogen werden. «In der folgenden Stufe stehen neben den Möglichkeiten hinsichtlich Motoren- und Gebertypen, Sicherheit und Kühlung auch Fragen zum Reifegrad des Antriebssystems, Vertriebs- und Servicenetzwerk sowie die zu erwartenden Lieferzeiten im Vordergrund. So können wir bereits in einer frühen Phase die Spreu vom Weizen trennen», beschreibt Stefan Safran die Zielsetzung der zweiten Stufe. Die zehn daraus erstgereihten Unternehmen erhalten in der Folge von Pantec eine Einladung zu einem Hearing. Dieses wird entsprechend einer umfangreichen Agenden-Liste durchgeführt. «Am Ende liegt eine Auswertung vor die es ermöglicht, für die konkrete Aufgabenstellung die drei besten Antriebshersteller herauszufiltern», führt Stefan Safran weiter aus.

Mit Detailanalysen und Simulationen zur technisch optimalen Lösung

Mit dem Vorliegen dieser Top 3 starten die Pantec-Ingenieure eine umfangreiche technische Analyse der Lösungsvarianten. Diese umfasst unter anderem die Ausarbeitung eines Kühl- und Sicherheitskonzeptes, Berücksichtigung des Montage- und Wartungsaufwands, Servicierbarkeit  sowie die Modularisierung hinsichtlich kundenspezifischer Lösungen und Logistik. Simulationen rund um das Lastverhalten rundet die Analyse ab. «Die Kundenmaschine wird in ihren wesentlichen mechanischen Eigenschaften modelliert, damit mit der Simulationssoftware SERVOsoft® die Belastung der Antriebe verifiziert werden kann», beschreibt Stefan Safran. «Parallel dazu definieren wir verschiedene Anwendungsfälle und überprüfen diese im Pantec-Testcenter. In Kombination mit den Simulationen können wir so gewährleisten, dass alle technischen Anforderungen auch im Betrieb zuverlässig und langfristig erfüllt werden.»

Verifizierung der Antriebsauslegung: Die Simulation des Lastverhaltens der Maschine mit SERVOsoft® garantiert die Tauglichkeit der untersuchten Antriebe.

Vor-Ort-Auditierungen der Prozesse geben Sicherheit

Im letzten Schritt werden die Prozesse der ermittelten Top 3-Anbieter von einem Auditteam auf Herz und Nieren geprüft. Anhand allgemeiner Punkte sowie konkreter Geschäftsfälle werden dabei die relevanten Abläufe der Hersteller durchleuchtet. Dem Auditteam geht es vor allem um die Themenbereiche Risikomanagement und Kommunikation. «Für unsere Kunden und uns ist es wesentlich zu erkennen, ob die Lieferanten in der Lage sind, langfristig zuverlässig zu liefern und das auch unter eventuell auftretenden aussergewöhnlichen Umständen», fasst Stefan Safran den zentralen Fokus des Audits zusammen. Dabei orientiert sich Pantec stark an der Medizintechniknorm ISO 13485, deren Elemente laut Safran auch im Industrieumfeld hervorragend angewendet werden können: «Die Qualität der Mitarbeiter in den Produktionsprozessen und die Integration von Circle Testing gehen über die ISO 9001 hinaus, sind aber entscheidend für die Produktqualität». Daneben ist laut Safran auch die Aufdeckung und Regelung unklarer Punkte ein wichtiges Thema auf der Agenda: «Jede Bauteil- oder Softwareänderung im Antrieb kann teils massive Aufwendungen auf der Steuerungsseite generieren. Werden diese Auswirkungen früh erkannt und ein Bewusstsein dafür geschaffen, erspart man sich Probleme im Lebenszyklus der Maschine», so der erfahrene Steuerungsspezialist.

Prozess resultiert in fundierter Entscheidung

«Unser Kunde geht so letztlich mit zwei Herstellern in die Endverhandlungen», erzählt Safran. «Die Vertragsausarbeitung sowie die Abstimmung der Servicevereinbarung erfolgt dann durch ihn selbst». Alle Informationen und die gesammelten Eindrücke dienen dem Maschinenbauer dazu, eine fundierte Entscheidung für seinen zukünftigen Vorzugslieferanten zu treffen. Für Stefan Safran ergibt sich ein klares Fazit: «Der gesamte Auswahlprozess bewährte sich vor allem dadurch, dass er am Anfang keine Lösung ausschliesst und zum Schluss eine aus kaufmännischer und technischer Sicht fundierte Entscheidung ermöglicht, welche auch die persönlichen Präferenzen der Beteiligten abbildet. Sehr hilfreich ist es auch, dass kritische Punkte im Vorfeld bereits aufgedeckt und geklärt werden können. Und das Schöne dabei: Die Ergebnisse sprechen für sich», freut Safran abschliessend.
Bleiben Sie dran!

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Stefan Safran

Business Unit Leiter Pantec Automation
T: +423 377 13 56
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Markus Hanefeld

Leiter Vertrieb Business Unit Automation
T: +423 377 13 74
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