Einführung eines neuen Steuerungssystems: Schnell - sicher - und mit echtem Mehrwert

Stefan Safran, Leiter Business Unit Automation

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Für manche ein Zuckerschlecken – für andere ein Horrorszenario.
Und für alle eine Entscheidung, die sie jahrelang begleiten wird.

Die Einführung eines neuen Steuerungssystems wird im Maschinen- und Anlagenbau sehr unterschiedlich wahrgenommen. Für manche ist sie ein notwendiges Technikprojekt, das man „eben mal erledigt“. Für andere ist sie ein hochriskanter Eingriff in ein System, das über viele Jahre gewachsen ist und dessen innere Logik oft nur noch wenigen im Unternehmen vollständig klar ist.

Beide Sichtweisen greifen zu kurz. Denn ein Steuerungswechsel betrifft selten nur Software oder Hardware. Er verändert Arbeitsweisen, Denkmodelle, Verantwortlichkeiten – und oft auch das Selbstverständnis eines Entwicklungsteams. Genau deshalb verlaufen solche Projekte selten so, wie sie initial geplant wurden.

Die zwei teuersten Denkfehler

Der erste Denkfehler ist scheinbare Gelassenheit:
"Das machen wir einfach. Wir haben das im Griff."'

In der Realität führt diese Haltung häufig dazu, dass Risiken zu spät erkannt werden, Ressourcen zu knapp kalkuliert sind und der tatsächliche Aufwand dramatisch unterschätzt wird. Die Folgen zeigen sich nicht sofort – sondern erst in der Inbetriebnahme, in der Stabilität der Anlage, im Frust der Entwickler und letztlich beim Kunden.

Der zweite Denkfehler ist lähmende Vorsicht:
"Das Risiko ist zu hoch, wir warten lieber noch."

Was als Sicherheitsstrategie gedacht ist, wird schnell zu einer schleichenden Verschlechterung der eigenen Position. Wartungskosten steigen, Ersatzteile werden knapp, Know-how wandert ab und irgendwann bleibt nur noch eine Notlösung statt einer gestaltbaren Entscheidung.

Die Wahrheit liegt dazwischen:

Nicht der Systemwechsel ist das Risiko – sondern ein Systemwechsel ohne Struktur, Führung und Plan.

Warum diese Projekte wirklich komplex sind

Die technische Umstellung ist selten das größte Problem. Moderne Steuerungsplattformen sind leistungsfähig, stabil und weit entwickelt. Die eigentliche Komplexität entsteht dort, wo Technik auf Organisation und Mensch trifft.

Ein Plattformwechsel verändert oft die gesamte Systemarchitektur, alte Routinen müssen durch neue Denkweisen ersetzt werden, und das implizite Wissen einzelner Entwickler muss systematisch gehoben und übertragen werden. Ohne methodisches Vorgehen entsteht schnell Chaos statt Fortschritt.

„Die Umstellung auf ein neues Steuerungssystem bietet ein enormes Potenzial, um sich von Altlasten zu befreien und ein solides Fundament für die Zukunft zu schaffen – technisch wie organisatorisch. Dabei geht es nicht nur um neue Werkzeuge, sondern um neue Arbeitsweisen und eine neue Qualität der Zusammenarbeit in der Entwicklung.“ 

Bernhard Natter, Leiter Softwareentwicklung


Widerstand an allen Ecken – die unterschätzte Dimension


Bei der Einführung eines neuen Steuerungssystems wird oft übersehen:

Dieses Projekt ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern ein klassisches Change-Projekt. Veränderungen in Arbeitsprozessen, Rollenbildern und Verantwortlichkeiten treffen Menschen direkt. Und Menschen reagieren auf Veränderungen – mit Skepsis, Zurückhaltung oder Widerstand.

In vielen Projekten ist der Widerstand zunächst unsichtbar. Plötzlich verzögern sich Entscheidungen, Aufgaben werden verschleppt, oder Projekte stocken, obwohl die Technik eigentlich funktioniert.

Der Widerstand äußert sich selten laut – aber er wirkt permanent.

Die Ursachen sind vielfältig:

  • Angst vor Veränderungen: Mitarbeiter fürchten, dass ihr bisheriges Wissen weniger wert wird oder ihre Rolle im Team infrage gestellt wird.

  • Mangelnde Kommunikation: Unklare Projektziele oder Informationslücken erzeugen Misstrauen und Unsicherheit.

  • Fehlende Beteiligung: Wer das Gefühl hat, dass seine Meinung nicht zählt, distanziert sich, Engagement sinkt.

  • Ungenügende Ressourcen: Schulungen, Tools oder Zeitmangel führen automatisch zu Widerstand.

  • Vergangene Erfahrungen: Frühere negative Erfahrungen mit Veränderungsprojekten hinterlassen Spuren und verstärken Skepsis.

Die Auswirkungen sind ebenso konkret wie gravierend:

  • Verzögerungen im Projekt

  • Qualitätsverluste

  • Kostensteigerungen

  • sinkende Motivation

Doch Widerstand ist kein Schicksal, sondern ein Managementthema. Wer ihn früh erkennt und gezielt steuert, kann ihn in Energie und Engagement verwandeln. Bewährte Maßnahmen sind:

  • Transparente Kommunikation: regelmäßig, offen und konkret

  • Frühe Einbindung der Mitarbeiter: sie werden Teil der Lösung

  • Gezielte Schulungen und Ressourcen: Sicherheit entsteht durch Kompetenz

  • Unterstützung und Feedback: Probleme früh erkennen und lösen

  • Erfolgserlebnisse feiern: Motivation sichtbar machen

  • Change-Management-Methoden: systematisches Vorgehen reduziert Unsicherheiten

Teams, die aktiv begleitet werden, akzeptieren die neue Plattform nicht nur schneller – sie entwickeln sogar kreative Lösungen, die über das ursprüngliche Ziel hinausgehen.

Der größte Denkfehler: 1-zu-1-Migration - oder vom Pflichtprogramm zur strategischen Chance

Viele Unternehmen gehen den Systemwechsel mit einem klaren Ziel an: „Es muss einfach wieder funktionieren – nur eben auf neuer Hardware.“
Was auf den ersten Blick pragmatisch klingt, ist in Wahrheit einer der teuersten Denkfehler in Automatisierungsprojekten.

Ein Steuerungswechsel ist weit mehr als eine technische Übersetzung von Alt nach Neu. Er ist eine der wenigen Gelegenheiten, bei der man die Maschine grundlegend hinterfragen und verbessern kann, ohne ein zweites Projekt auszulösen.

Eine reine 1-zu-1-Migration bedeutet:

  • alte Logiken bleiben bestehen

  • historische Workarounds werden mitgeschleppt

  • Software bleibt komplex, wo sie heute einfacher sein könnte

  • zukünftige Erweiterungen werden nicht vorbereitet

Kurz gesagt: Man investiert viel – und konserviert trotzdem den Status quo.


Dabei ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, sich zu fragen:

Was würden wir heute anders bauen – wenn wir die Maschine neu denken dürften?


Moderne Steuerungssysteme eröffnen Möglichkeiten, die es früher schlicht nicht gab:

  • klarere Softwarearchitekturen

  • modulare Programmstrukturen

  • bessere Diagnosefähigkeit

  • höhere Performance bei weniger Code

  • sauber trennbare Funktionen

  • bessere Erweiterbarkeit für künftige Ausbaustufen


In vielen Projekten zeigt sich:

Bestehende Funktionen lassen sich mit moderner Technologie einfacher, robuster und kostengünstiger umsetzen – wenn man den Mut hat, sie neu zu denken.

Branche      Lebensmittelindustrie: Dosenverschliessanlage
Hauptprojekt    Einführung neues Steuerungssystem
Mehrwert    Umstellung der mechanischen Anlage auf mechatronisches System
Aufwand / Durchlaufzeit    7500 Stunden / 12 Monate

Ein Musterbeispiel für die Verbindung von Steuerungseinführung und Innovation: Bei diesem Kunden aus der Lebensmittelindustrie wurde im Zuge der Umstellung des Steuerungssystems das ganze Maschinenkonzept von einem starren mechanischen auf ein flexibles mechatronisches System umgestellt.

Entwicklung mit Struktur statt Bauchgefühl: Innovation entsteht nicht (nur) durch Inspiration – sondern durch Systematik.


Damit Weiterentwicklung nicht im Projektchaos untergeht, braucht es einen klaren methodischen Rahmen.
Neue Funktionen, Optimierungen und strukturelle Verbesserungen dürfen nicht zufällig entstehen, sondern müssen:

  • fachlich beschrieben

  • technisch bewertet

  • priorisiert

  • und sauber dokumentiert werden.


In erfolgreichen Projekten wird der Systemwechsel deshalb genutzt, um bestehende Anforderungen systematisch zu erfassen und neue gezielt mitzuplanen.

Ein strukturierter, UML-gestützter Requirements-Prozess sorgt dabei dafür, dass:

  • Anforderungen verständlich beschrieben werden

  • Wechselwirkungen sichtbar werden

  • Architekturentscheidungen nachvollziehbar bleiben

  • spätere Erweiterungen bereits vorbereitet sind

  • und Entwicklung kein Ratespiel wird


So wird aus einem reinen Steuerungswechsel ein echtes Entwicklungsprojekt mit Zukunftsfähigkeit.

Auch bei komplexen Maschinen kein Bremsklotz


Gerade bei technisch anspruchsvollen Maschinen entsteht oft die Sorge, dass Weiterentwicklung die Projekte verzögert oder „das Fass ohne Boden“ öffnet.
Die Erfahrung zeigt das Gegenteil – wenn Struktur vorhanden ist.

Durch einen standardisierten Einführungsprozess und eine durchgängige Toolchain lassen sich selbst hochkomplexe Projekte effizient abwickeln.

Entscheidend sind dabei drei Punkte:

  • klare Aufteilung in Arbeitspakete

  • saubere Versionsverwaltung

  • echte Parallelisierung der Entwicklung

In professionell organisierten Projekten arbeiten mehrere Entwickler gleichzeitig am System – ohne sich gegenseitig zu blockieren.
Durch strukturierte Codeverwaltung und klar definierte Zuständigkeiten verkürzt sich die Durchlaufzeit trotz steigender Komplexität erheblich.

So wird aus technischer Herausforderung kein Bremsklotz, sondern ein Beschleuniger für Weiterentwicklung.

Branche      Bauindustrie: Fertigung von CAD-basierten, kundenspezifischen Bewehrungsmatten
Hauptprojekt    Einführung neues Steuerungssystem
Mehrwert    Integration vollautomatischer Anlagen-Wiederanlauf
CAD to Production: Transfer der Daten vom CAD direkt auf die Anlage
Aufwand / Durchlaufzeit    4500 Stunden in 10 Monaten

Bei unserem Kunden aus der Bauindustrie wurde im Zuge der Einführung des neuen Steuerungssystems der komplexe Anlagenwiederanlauf (11 autonome Maschinenmodule die sich in unterschiedlichen Betriebszuständen befinden können) voll automatisiert. Zudem können nun - analog zu CAD CAM Anwendungen in der Zerspanung - CAD Daten direkt auf die Maschine zur Ausfertigung übertragen werden.

Struktur statt Heldentum: Der Pantec-Ansatz

Seit über zehn Jahren begleitet Pantec Maschinenbauer bei genau diesen Projekten. Was als rein technische Unterstützung begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem systematischen Einführungsprozess, der Technik, Organisation und Mensch gleichermaßen berücksichtigt.


"Wir hatten anfangs Bedenken, die Steuerungseinführung mit Pantec umzusetzen - vor allem wegen der  fehlenden Erfahrung beim Mattenschweissen. Pantec hat sich jedoch so schnell und tief in die Materie eingearbeitet, dass sich bereits nach dem Requirements Engineering die Bedenken zerstreut haben.“


Jens Lehmann
Leiter Entwicklung, mbk Maschinenbau

Unsere zentrale Erkenntnis:

Projekte scheitern selten an der Technik – sondern an fehlender Struktur.

Die vier Erfolgsbausteine:

  • Change Management mit Bodenhaftung: Beteiligung, Transparenz, Praxisbegleitung

  • Projekt- & Risikomanagement: Anforderungen sauber erarbeiten, Architektur festlegen, Risiken früh erkennen

  • Skalierbarer Entwicklungsprozess: Kombination aus Konzeptphase und agiler Umsetzung

  • Integrierte Toolchain: von Anforderung bis Code, für Klarheit, Geschwindigkeit und Wiederverwendbarkeit

Die vier Erfolgsbausteine für die erfolgreiche Einführung eines neuen Steuerungssystems


“Dank der Begleitung durch Pantec konnten wir im Rahmen der Neueinführung des Steuerungssystems unsere hauptsächlich mechanische Maschine erfolgreich in ein flexibles, mechatronisches System transformieren. Als besonderes Highlight konnten wir die Erstanlage, die in einer Schweizer Großbrauerei installiert wurde, nur wenige Tage nach der Inbetriebnahme für den Produktivbetrieb übergeben!”


Ruedi Hauser
Projektleiter, Ferrum AG 

Die eigentliche Entscheidung

Am Ende geht es nicht um die Frage, ob ein neues Steuerungssystem eingeführt werden kann.

Die entscheidende Frage lautet:
Will man lediglich auf ein neues System wechseln – oder die eigene Entwicklungsfähigkeit nachhaltig verbessern?

Ein Plattformwechsel ist immer ein Einschnitt.
Die Frage ist nur: Bleibt er kosmetisch – oder wird er strategisch?

In nur 4 Monaten Durchlaufzeit wurden bei diesem Kunden aus der Druckindustrie das Steuerungssystem eingeführt und dabei die bestehende Prägetechnologie in ein völlig neues Maschinensystem implementiert.

Planen Sie einen Steuerungswechsel?

Dann lohnt sich ein Gespräch, bevor der erste Aufwand entsteht.

In einem persönlichen, unverbindlichen 30-Minuten-Austausch klären wir gemeinsam:

  • wo Ihre realen Risiken liegen

  • wie Ihre aktuelle Architektur einzuschätzen ist

  • welches Potenzial ungenutzt bleibt

  • und wie ein strukturierter Einstieg aussehen kann

Stefan Safran

Leiter Business Unit
T: +423 377 13 56
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